Meine Motivation für eine reduzierte Arbeitswoche

Viele Leute, denen ich von meinem Vorhaben einer reduzierten Arbeitswoche erzählt habe, waren zwar einerseits begeistert von der Idee und würden das auch selbst gerne machen, andererseits kam dann sofort die Bemerkung: „Aber du verzichtest dabei doch auf Geld“. Ich sehe das anders: Ich verzichte nicht auf Geld, sondern ich gewinne dadurch Freiheit, Flexibilität und Lebensqualität. Zudem erhöhe ich nebenbei meine Effizienz und Motivation in meinem Job. Wie genau sich das äußert erfährst du in diesem Artikel.

Alles ist da, außer Zeit

Leben im Büroalltag

Als ich angefangen habe zu arbeiten, war die Welt aus internationalen Telefonkonferenzen, Geschäftsmails, Diensthandys, Notebooks und Dienstreisen eine komplett neue und spannende Erfahrung für mich. Mit steigendem Verantwortungsbereich haben auch die Überstunden zugenommenen und das war ok für mich. Schließlich wollte ich mir viel Expertise aneignen, die Prozesse verstehen, ein Netzwerk aufbauen und möglichst oft in Entscheidungen eingebunden sein. Daran ist für mich auch heute noch nichts auszusetzen. Mit der Zeit habe ich jedoch gemerkt, dass ich anfange immer mehr private Themen aufzuschieben oder komplett zu streichen. Ich habe nicht mehr regelmäßig Sport gemacht, da ich mich am Abend noch mit Freunden treffen oder einfach nur fernsehen wollte. Die Familie wurde nur noch unregelmäßig besucht und alle Projektideen, die ich so hatte, mussten bis zum Wochenende, eher bis zum Urlaub warten, da das Wochenende für Haushalt und Entspannung reserviert war. Irgendwann habe ich dann gemerkt, dass ich kaum an meinen eigenen Wünschen und Zielen arbeitete, sondern meine Ressourcen hauptsächlich für die Ziele der Firma einsetzte. Und selbst im Büro kam es mir so vor, als wäre ich nicht mehr effizient, da meine Aufgabenliste immer länger wurde und gefühlt kein Thema einen Abschluss fand.

Irgendwann bin ich dann auf eine sehr interessante Darstellung von Zeit, Geld und Energie in Abhängigkeit vom Alter gestoßen, die vermutlich die meisten auch schon mal gesehen haben:

ZeitGeldEnergie
Jungvielwenigviel
Erwachsenwenigvielviel
Altvielvielwenig
Das Dilemma des Lebens

Es muss anders gehen

Ich habe mich in diesem sogenannten „Dilemma des Lebens“ sofort wiedergefunden und habe beschlossen es zu durchbrechen! Ich möchte neben einer guten Leistung im Job auch an meinen eigenen Zielen arbeiten. Ich möchte Projekte und Ideen sofort verwirklichen und diese nicht aufschieben. Auch mal nichts tun dürfen soll Platz in meinem Leben haben. Ich möchte Zeit haben, um spontan entscheiden zu können ohne mir erst dafür frei nehmen zu müssen. Ich möchte mich nicht nur über die Arbeit definieren müssen. Ich möchte hochkonzentriert arbeiten und in kürzerer Zeit zum Ergebnis kommen. Und vor Allem möchte ich genug Zeit für Familie und Freunde haben.

Die Lösung ist in Sicht

Aus der Idee entsteht ein Konzept

Mit all meinen Wünschen im Hinterkopf habe ich mich dazu entschieden meine wöchentliche Arbeitszeit von 40 auf 25 Stunden zu reduzieren. Hierdurch habe ich die Möglichkeit geschaffen den Tag nach meinen eigenen Vorstellungen zu gestalten und das anzugehen, was mir Freude bereitet und mir wichtig ist. Aber bringt eine Reduktion tatsächlich das erwünschte Ergebnis? Immerhin sprechen wir hier von gerade ein mal 3 Stunden pro Tag. Können diese 3 Stunden tatsächlich dafür sorgen, dass ich das „Dilemma des Lebens“ für mich durchbreche und aus „wenig Zeit, viel Geld, viel Energie“, „viel Zeit, genügend Geld, richtig viel Energie“ mache? Ein einfacher Vergleich meines alten und neuen Tages hilft hier weiter:

Bei meiner 40 Stunden Woche sah ein Arbeitstag so aus: Beginn gegen 8 Uhr, vorgeschriebene Pause von 45 Minuten, Mittagsloch, Smalltalk, Feierabend frühestens um 16:45 Uhr, aber eher selten da Pause länger gedauert hat, Mittags nichts so konzentriert gearbeitet werden konnte, ständig neue E-Mails bearbeitet und Telefonate beantwortet wurden, daher eher Überstunden gemacht und Feierabend um ca. 18 Uhr. Danach nur das nötigste gemacht und hoffentlich geschafft sich mit jemandem zu treffen, bevor ich erschöpft ins Bett gefallen bin.

Bei meiner 25 Stunden Woche entfällt die gesetzlich vorgeschriebene Pause, da diese erst nach nach 6 Stunden greift. Somit kann ich zum Beispiel von 8-13 Uhr konzentriert arbeiten. Wenn ich was größeres am Nachmittag vorhabe, dann fange ich schon um 06:30 Uhr an und kann dann um 11:30 Uhr Feierabend machen. Wow! Vorher habe ich erst langsam ans Mittagessen gedacht, jetzt überlege ich mir was ich alles Tolles mit meinem freien Tag anstellen kann. Aufgrund des Bewusstseins darüber, dass ich am Nachmittag nicht mehr im Büro sein werde, bin ich sehr motiviert alles bis dahin abzuarbeiten und lasse mich eher selten ablenken, weil ich es mir schlichtweg nicht erlauben kann. Mittagsloch, Pause, das träge Arbeiten am Nachmittag entfallen komplett. Smalltalks werden zum tatsächlichen Informationsaustausch genutzt und nicht in die Länge gezogen. Der restliche Tag gehört komplett mir – und zwar täglich, nicht nur an den Tagen, die ich mir extra frei schaufle! Ich kann an meinen eigenen Zielen und Projekten arbeiten, weiter entfernt wohnende Freunde besuchen, mit Oma Kuchen essen, in die Natur gehen, Motorrad fahren, Sport machen, sich ehrenamtlich engagieren, lesen, schreiben, …. und und und.

P.S.: Wer lieber ausschläft: Zwischen 11-16 Uhr arbeiten hat auch was.

Los geht’s

Auf dem Weg in ein entspanntes Leben

Ich denke es fällt nicht allzu schwer zu erkennen, dass es sich bei der Reduktion von Arbeitszeit keinesfalls nur um Verzicht von Gehalt handelt, sondern um einen echten Gewinn von Freiheit, Flexibilität und Lebensqualität. Und selbst der Job, bei dem man nun den Fokus weg von der Anwesenheitszeit hin zum ergebnisorientiertem Arbeiten verlegt hat, profitiert von einer gesteigerten Effizienz und Motivation.

Doch dieser Schritt in Richtung selbstbestimmter Tagesgestaltung ist nicht klein und muss daher clever und genau vorbereitet werden. Dazu werde ich in der Kategorie „Mittel und Wege“ berichten. Das Ganze kann auch nicht ohne die richtige innere Einstellung funktionieren. In der Kategorie „Impulse und Erkenntnisse“ werde ich passende Inputs vorstellen. Die neu gewonnene Zeit kann auf die verschiedenste Art und Weise eingesetzt werden und man kann viele Dinge ausprobieren und evtl. sogar Geld mit einer Sache verdienen, für die man brennt. In der Kategorie „Horizonterweiterung“ werde ich diverse Aktivitäten außerhalb des Joballtags vorstellen.

Feedback

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