Wie viel ist genug?

Im Vergleich zu unseren Großeltern besitzen wir unglaublich viel. Wir können uns Dinge leisten, von denen sie nur träumen konnten. Trotzdem sind wir nie zufrieden und haben nie genug.

Robert & Edward Skidelsky, Autoren

Worum geht’s?

In „Wie viel ist genug“ beschreiben die Autoren die Entwicklung des Verständnisses eines guten Lebens von der Antike bis zur Gegenwart. Es wird hergeleitet weswegen es in unserer heutigen Gesellschaft dazugehört immer mehr zu wollen und welche Konsequenzen dies auf unser Leben hat. Basierend auf Erkenntnissen der Wirtschaftswissenschaften und der Psychologie schildern die Autoren die aktuelle Problematik und zeigen im weiteren Verlauf Möglichkeiten auf, sich davon zu lösen. Neben der individuellen Besinnung auf „antike“ Werte, sowieso der Fokussierung auf bestimmte Basisgüter, werden auch gesellschaftliche Konzepte beleuchtet.

Die 5 wichtigsten Aussagen in Kürze

  1. Im Laufe der Zeit hat das Verständnis von einem guten Leben einen Wandel durchschritten.
    In der Antike ging es vor Allem darum sich an Diskussionen zu beteiligen und am öffentlichen Leben teilzuhaben. Natürlich musste man Geld haben, um seine Familie zu ernähren, aber es galt nicht als üblich mehr zu haben, als man benötigte.
    Vor etwa fünfhundert Jahren wurde Geldverdienen in den Schriften von Niccolo Machiavelli positiv dargestellt, da diesem zugesprochen wurde Ordnung in die Gesellschaft zu bringen.
    Kurz vor Beginn des 19. Jahrhunderts wurde durch Adam Smith der Glauben begründet, dass Eigennutz und das Streben nach Reichtum moralischen Wert haben.
  2. Die Bedürfnisse der Menschen sind instabil.
    Aus psychologischer Sicht dienen uns neue Konsumgüter als Ablenkung, sodass wir uns nicht mit uns selbst auseinander setzen müssen und Langeweile entgegenwirken können. Aus gesellschaftlicher Sicht dienen uns Besitztümer als Symbol von Erfolg und Abgrenzung bzw. Zugehörigkeit.
    Diese natürlichen Neigungen der Menschen führen dazu, dass wir uns nie „zur Ruhe setzen“ können, sondern nach immer mehr streben. Wohlstand und Reichtum sollen uns ermöglichen so Leben zu können, wie wir wollen, doch dies resultiert in einem endlosen Wettlauf gegen unsere eigene Unersättlichkeit.
  3. Wirtschaften sollte niemals zu einem Selbstzweck werden.
    Dies führt dazu, dass Dinge ihren Gebrauchswert verlieren und nur noch ihr Geldwert zählt. Infolgedessen würden beispielsweise Ärzte die möglichst hohe Abrechnung bei der Krankenkasse dem Wohl ihrer Patienten vorziehen. Geld allein kann niemals glücklich machen, obwohl es ein wichtiges Mittel zum Zweck ist. Es ist unmöglich den perfekten Reichtum zu erreichen, daher widerspricht Streben nach Geld dem Konzept des von Aristoteles definierten „telos“: einem Zustand der Perfektion, für den ein Lebewesen geschaffen wurde und den es anstrebt.
  4. Ein modernes gutes Leben kann durch Basisgüter erreicht werden.
    Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie universell, final, autark und unverzichtbar sind. Interessanterweise ist, neben Freiheit und Gesundheit, ein Beispiel für ein Basisgut die Muße. Das ist jede Aktivität, die wir um ihrer selbst willen betreiben.
  5. Die Politik könnte einen Wertewandel in der Gesellschaft unterstützen, in dem sie ein durch Steuern finanziertes Grundeinkommen, sowie eine Steuer auf Luxusgüter und Werbung einführt.
    Ersteres würde dazu führen, dass Menschen selbst entscheiden, wie viel sie arbeiten möchten und die zuvor erwähnte Muße ausleben könnten. Letzteres würde den Konsumdruck in der Gesellschaft verringern, da so weniger Bedürfnisse nach Produkten geweckt würden, die wir nicht brauchen.

Mein Fazit & Was ich mitnehme

Dank der anschaulich und fundiert beschriebenen Ausführungen wird verdeutlicht, wie weit unser heutiges Verständnis von Wohlstand und einem vermeintlich glücklichen Leben in der Geschichte verankert ist. Dem Leser wird logisch dargestellt, wie komplex unser System ist, das uns glauben lässt immer „nach mehr“ streben zu müssen. Dies wird auch anhand der sehr interessanten Erläuterungen über die Entwicklung gesellschaftlicher Werte innerhalb der unterschiedlichen Epochen begründet. Es ist nicht so einfach zu verstehen, was genau man als einzelner Mensch tun kann, um dem Teufelskreis aus „immer mehr wollen“ zu entfliehen und wie die gesamte Gesellschaft sich verändern müsste. Dennoch regt das Buch den Leser dazu an, das bestehende System zu überdenken und allgemeingültige gesellschaftliche Erwartungen zu hinterfragen. Ich nehme mit, dass eine Jagd nach Reichtum endlos ist, da es hierbei keinen idealen Zustand geben kann. Der einzige Ausweg ist, sich auf andere, immaterielle Werte zu besinnen, sowie in den Dingen stets ihren Gebrauchswert anstelle des Geldwertes zu sehen.

Link zum Buch

Falls ich Dein Interesse an diesem Buch geweckt habe, dann kannst Du es hier erhalten. Wenn Du das Buch über den Link hier kaufst, hilfst Du mir dabei die Kosten meines Blogs zu decken, da ich als Amazon Partner an dem Verkauf beteiligt werde. Vielen Dank!

Dein Feedback

Hat dir dieser Artikel gefallen oder hast du Anregungen für ein anderes interessantes Buch? Dann schick mir gerne eine persönliche Nachricht an janusz@selbstbestimmt.blog!

Ansonsten hoffe ich, dass dir das Lesen dieses Artikels Spaß gemacht hat und du etwas daraus für dich mitnehmen konntest. Ich freue mich, wenn Du meine weiteren Beiträge verfolgst!