Arbeitszeitreduktion – Persönliche Ziele setzen

In meinem Einleitungsartikel „Der Weg zur Arbeitszeitreduktion“ habe ich bereits beschrieben, dass hierbei Vorbereitung und Planung sehr wichtig sind. 

Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Definition persönlicher Ziele, denn eines ist ganz klar: Weniger Arbeitszeit = mehr Selbstbestimmung.  

In Kürze und was du mitnehmen kannst

Solange Du noch in einem nine-to-five Job bist, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es Dir zunächst nicht auffällt, dass Du nicht wirklich regelmäßig an persönlichen Zielen arbeitest. Schließlich machst Du jeden Tag im Büro sehr viel dafür, um Ziele zu erreichen…nur eben leider nicht Deine eigenen. Indem Du weniger (für jemanden anderen) arbeitest, desto mehr Zeit wirst Du für Dich haben. Es ist nicht ungewöhnlich hierbei zunächst das Gefühl zu haben, nicht zu wissen, wohin mit der Zeit. Daher solltest Du sicherstellen, dass Du Dir eigene Ziele setzt, an denen Du arbeiten kannst. In diesem Artikel erfährst Du wie Du die richtigen Ziele für Dich ermittelst, wie Du diese definierst und wie Du sie erreichen kannst.


Weniger Arbeitszeit = Mehr Selbstbestimmung: Du hast zwei Möglichkeiten, um Dich auf die neue Situation einzustellen

  1. Du lässt Deine neu gewonnene Zeit, die Du nicht mehr für Deinen Arbeitgeber aufbringen musst, auf Dich zukommen und entscheidest spontan was du täglich damit anfangen willst.
  2. Du überlegst Dir im Vorfeld für was Du Deine Zeit einsetzen willst, um möglichst viel von dem zu tun, was Dir wichtig ist und Dich persönlich weiter bringt.

Meine Empfehlung im Rahmen dieses Prozesses: Spontan entscheiden können, was man mit seiner Zeit anfängt ist ein super Lebensgefühl und sollte auf jeden Fall Raum bekommen. Dennoch wird Dich auf Dauer eine klare Verfolgung von persönlichen Zielen glücklicher machen. Mit den Methoden, die ich nachfolgend erklären werde, kommen sogar beide Ansätze zum Einsatz.

Bevor es losgeht: ein kleiner Gedankenexkurs

Im Buch „Downshifting“ wird das Konzept der Drift Phasen erläutert. Diese sind wichtig, um herauszufinden, wohin man im Leben möchte. Das hilft den eigenen Zweck der Existenz zu finden, wie in „The Big Five for Life“ beschrieben. Es ist jedoch extrem wichtig die Erkenntnisse der Drift Phasen anschließend in die Tat umzusetzen. Dabei hilft die Definition persönlicher Ziele. Doch bevor Du Ziele definieren und an ihnen arbeiten kannst, musst Du zuerst herausfinden, welche Ziele zu Dir passen. Hierbei ist das eigene Wertesystem, wie in „Nimm dir das Leben, das du wirklich willst“ beschrieben, enorm hilfreich und sichert Dir eine nachhaltige Zufriedenheit.

Jetzt geht’s los: In 5 Schritten zur Ermittlung der eigenen Ziele

  1. Die eigenen Ziele sollten immer zu einem passen, daher ist es nicht ratsam sich fremde Ziele auszusuchen. Überlege Dir zunächst welche Bereiche in Deinem Leben Dir besonders wichtig sind und schreibe sie auf.

    Hinweis: Wähle nicht zu wenige, aber auch nicht zu viele Bereiche. Als Richtwert könntest Du 8-10 nehmen. Im Idealfall decken Deine Bereiche die Punkte „Beziehungen/Familie/Freunde“, „Gesundheit/Lernen/Selbstverwirklichung“ und „Beruf/Business/Geld“ ab.
  2. Bewerte nun subjektiv den aktuellen Status Deiner Bereiche auf einer Skala von 1-10.
    „1“ steht hierbei für extrem unzufrieden und „10“ für vollkommen zufrieden.
  3. Belege nun Deine Bewertung mit konkreten Stichworten.
    Schreibe auf was gut in einem Bereich ist, also was die gewählte Bewertung rechtfertigt.
  4. Überlege Dir nun, was bei den jeweiligen Bereichen fehlt, damit Du die Bewertung „10“ geben könntest.
  5. Genau diese Dinge, die zu deiner „10er Bewertung“ fehlen, bilden die Absprungbasis für Deine persönlichen Ziele. Wenn Du an diesen Themen arbeiten wirst, dann steigt Deine Zufriedenheit in den Lebensbereichen, die Dir wichtig sind.

Ziele richtig definieren

Nachdem Du nun herausgefunden hast, was die Themen sind, an denen es sich für Dich lohnt zu arbeiten, musst Du sie richtig definieren. Dabei hilft die bekannten Methode der SMARTen Ziele. Diese Methode besagt, dass Ziele stets wie folgt aufgebaut werden sollten:

S – Spezifisch
Dein Ziel sollte immer eine konkrete Sache adressieren und nicht zu allgemein formuliert sein.

M – Messbar
Nur was Du messen kannst, lässt sich auch in seinem Fortschritt nachverfolgen und ggf. korrigieren. Daher solltest Du stets ein Ziel wählen, dass sich beziffern lässt.

A – Attraktiv
Dein von Dir gewähltes Ziel muss Dir einen Mehrwert bringen. Du musst Dich auf die Zielerreichung freuen und es kaum erwarten können. Andernfalls wird es Dir schwer fallen dran zu bleiben.

R– Realistisch
Obwohl Ziele anspruchsvoll sein sollten, müssen sie dennoch erreichbar bleiben. Andernfalls wirst Du schnell die Motivation verlieren.

T – Terminiert
Ein gut definiertes Ziel enthält stets ein Enddatum, damit Du nicht unendlich daran arbeitest, sondern auch einen Abschluss findest und Deinen Erfolg feiern kannst.

Zielen Schritt für Schritt näher kommen

Nachdem Du nun die richtigen Ziele für Dich gewählt und sie SMART definiert hast, geht es endlich an deren Umsetzung.

Hier empfiehlt es sich lieber in kleinen und regelmäßigen als in großen, aber unregelmäßigen Schritten zu arbeiten.

Zu diesem Zweck gibt es ein hervorragendes Mittel, das ich selbst auch im Einsatz habe: Das DRANBLEIBEN Erfolgsjournal. Dazu werde ich noch einen eigenen Artikel rausbringen, hier möchte ich schon mal die Grundidee erklären.

Es geht darum sich jeden Tag im Rahmen einer paarminütigen Reflexionseinheit zu überlegen und aufzuschreiben, an welchem Ziel man heute arbeiten möchte und welche 3 Sachen man diesbezüglich erledigt. Hilfreich sind auch zugehörige Fragen, die dieses Ziel täglich aus einem anderen Blickwinkel betrachten.

Besonders an stressigen Tagen hilft diese Methode dennoch seine persönlichen Ziele nicht aus den Augen zu verlieren und jeden Tag deren Erreichung ein Stückchen näher zu kommen. Sehr wirksam und nachhaltig!
Und um den Kreis zu schließen: Ja, auch eine gezielt gewählte Drift Phase kann Bestandteil dieses täglichen Prozesses sein.

Gratuliere! Nun weisst Du wie Du herausfindest welche Ziele zu Deinem Leben passen und mit welchen Methoden Du sie Schritt für Schritt erreichen kannst.


Nächster Schritt

Der nächste Artikel der Serie „Der Weg zur Arbeitszeitreduktion“ wird das Thema behandeln: Gespräch mit dem Chef.

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Dein Feedback

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Viele Grüße aus dem Schwarzwald, Janusz